Saturday, March 21, 2009
Sydney -- erste Eindruecke
Sonnenschein, 26 Grad, blaues Wasser, Blick auf den Hafen vom Zimmer... noch Wuensche offen? Ja. Dass ich nicht halbe und ganze Tage mit Arbeit verbringen muss.
Singapur
In den Tropen gelegenen Städten eilt nicht gerade der Ruf voraus, für Touristen besonders interessant zu sein. Schwüles Klima, schlechte Luft, zu viele Menschen. Singapur ist eine bemerkenswerte Ausnahme. Das Klima ist zwar ebenfalls schwül, aber bei knapp 30 Grad ist die Luftfeuchtigkeit erträglich. Die Luft ist gut und nicht von Smog verpestet, und die vielen Menschen tragen eher zum Flair der Stadt dabei, als dass sie das Bild der außer Kontrolle gerateten Megastadt weckten. Die Stadtplaner haben ganze Arbeit geleistet: Es gibt ein hochmodernes, effizientes Nahverkehrssystem, die Stadt ist grün und fußgängerfreundlich, und selbst die eng bebauten, durch bestimmte Ethnien dominierten Viertel (wie Little India und Chinatown) wirken lediglich in Maßen chaotisch. Die moderne Architektur ist klasse, und für Touristen und Singapurer mit Geld gibt es zudem eine bildschöne Waterfront am Singapore River und am Hafenbecken. Bemerkenswert, wie sich eine Stadt entwickeln kann, wenn der große Führer nicht Mao Tse-Tung heißt, sondern stattdessen in Cambridge studiert hat.
Was macht man aber als Tourist in Singapore, wenn man keine Zeit oder Lust hat, sich die zahlreichen Museen anzuschauen? Im Park auf der faulen Haut zu liegen scheidet zumindest tagsüber aus -- es ist zu heiß, als dass es angenehm wäre. Shoppen -- ja natürlich. Die Malls sind klimatisiert, und die Preise unschlagbar. Die beste Antwort ist aber: essen und trinken. Wenn man asiatisches Essen mag, und die verschiedenen Landesküchen durchprobieren möchte, ist man in Singapur richtig. Am ersten Tag probierte ich u.a. in einem food court eine javanische Suppe namens "Soto Butawi" -- herrlich! (Wieso gibt es das eigentlich nicht in den Niederlanden -- dort leben doch so viele Indonesier? Aber die können anscheinend nur Reistafeln und nichts anderes kochen.) Am selben Abend saßen wir dann am Hafenbecken (Boat Quay) bei einem ebenfalls vorzüglichen Thailänder und erhielten aufgrund der starken Konkurrenz unter den benachbarten Lokalen die erste Runde des Singaporer Bieres "Tiger" aufs Haus. (Ein gut trinkbares Bier, übrigens.)
Zwar kann man auch in Deutschland brauchbares thailändisches Essen bekommen, aber der Mut beim Würzen ist in Singapur stärker ausgeprägt.
Am zweiten Tag, dem Tag der Weiterreise, war ich dann alleine unterwegs und landete durch Zufall (tropischer Regenguss! Unterstellen!) in einer barackenfürmigen Markthalle, die -- tataaa! --- ebenfalls eine große Anzahl Essensstände beherbergte. Ich blieb direkt beim ersten Stand hängen, der genau drei Gerichte auf der Karte hatte, nämlich Chicken Briyani, Fish Briyani, und Mutton Briyani. (Alte Regel: je geringer die Auswahl, desto besser das Essen. Viele Touristen sehen das allerdings anders. Ich finde das zwar merkwürdig, aber es kommt mir gelegen.) Zwei Inder verfrachteten goldgelben Reis aus dem überdimensionalen Kochtopf in dampfende Schüsseln und schöpften das Curry im Akkord aus riesigen Blechnäpfen auf die hingehaltenen Plastikteller der Gäste. "Four Dollars, please." In der Tat war das Essen vorzüglich (ich nahm das Hühnchen), und weckte Lust auf mehr. Dem stand allerdings ein gewisses Sättigungsgefühl entgegen, denn die Köche hatten offenbar den Ehrgeiz gehabt, ihre riesigen Reisschüsseln leer zu bekommen. Nichtsdestrotrotz suchte ich noch einen singhalesischen Stand auf und mampfte ein ebenfalls vorzügliches, ebenfalls überdimensioniertes Vegetable Curry mit Papadam und Salat. Zwei "locals", mit denen ich ins Gespräch kam, wollten allerdings nicht glauben, dass ich schon ein Chicken Briyani intus hatte (und Recht hatten sie.)
"How did you find this place?"
"It was in my guidebook." (Was auch stimmte. Der Reiseführer wusste allerdings nichts vom Umzug der Markthalle. Durch diesen Zufall war ich der einzige Europäer in der Halle.)
"A good guidebook! We often come here to eat some authentic Indian food."
Ja. Das stimmte. Es war so authentic, dass ich den Punkt zum Aufhören verpasst hatte und mich nur noch rollen konnte. Aber was soll's. Man is(s)t nicht so haeufig in Singapur.
Was macht man aber als Tourist in Singapore, wenn man keine Zeit oder Lust hat, sich die zahlreichen Museen anzuschauen? Im Park auf der faulen Haut zu liegen scheidet zumindest tagsüber aus -- es ist zu heiß, als dass es angenehm wäre. Shoppen -- ja natürlich. Die Malls sind klimatisiert, und die Preise unschlagbar. Die beste Antwort ist aber: essen und trinken. Wenn man asiatisches Essen mag, und die verschiedenen Landesküchen durchprobieren möchte, ist man in Singapur richtig. Am ersten Tag probierte ich u.a. in einem food court eine javanische Suppe namens "Soto Butawi" -- herrlich! (Wieso gibt es das eigentlich nicht in den Niederlanden -- dort leben doch so viele Indonesier? Aber die können anscheinend nur Reistafeln und nichts anderes kochen.) Am selben Abend saßen wir dann am Hafenbecken (Boat Quay) bei einem ebenfalls vorzüglichen Thailänder und erhielten aufgrund der starken Konkurrenz unter den benachbarten Lokalen die erste Runde des Singaporer Bieres "Tiger" aufs Haus. (Ein gut trinkbares Bier, übrigens.)
Zwar kann man auch in Deutschland brauchbares thailändisches Essen bekommen, aber der Mut beim Würzen ist in Singapur stärker ausgeprägt.
Am zweiten Tag, dem Tag der Weiterreise, war ich dann alleine unterwegs und landete durch Zufall (tropischer Regenguss! Unterstellen!) in einer barackenfürmigen Markthalle, die -- tataaa! --- ebenfalls eine große Anzahl Essensstände beherbergte. Ich blieb direkt beim ersten Stand hängen, der genau drei Gerichte auf der Karte hatte, nämlich Chicken Briyani, Fish Briyani, und Mutton Briyani. (Alte Regel: je geringer die Auswahl, desto besser das Essen. Viele Touristen sehen das allerdings anders. Ich finde das zwar merkwürdig, aber es kommt mir gelegen.) Zwei Inder verfrachteten goldgelben Reis aus dem überdimensionalen Kochtopf in dampfende Schüsseln und schöpften das Curry im Akkord aus riesigen Blechnäpfen auf die hingehaltenen Plastikteller der Gäste. "Four Dollars, please." In der Tat war das Essen vorzüglich (ich nahm das Hühnchen), und weckte Lust auf mehr. Dem stand allerdings ein gewisses Sättigungsgefühl entgegen, denn die Köche hatten offenbar den Ehrgeiz gehabt, ihre riesigen Reisschüsseln leer zu bekommen. Nichtsdestrotrotz suchte ich noch einen singhalesischen Stand auf und mampfte ein ebenfalls vorzügliches, ebenfalls überdimensioniertes Vegetable Curry mit Papadam und Salat. Zwei "locals", mit denen ich ins Gespräch kam, wollten allerdings nicht glauben, dass ich schon ein Chicken Briyani intus hatte (und Recht hatten sie.)
"How did you find this place?"
"It was in my guidebook." (Was auch stimmte. Der Reiseführer wusste allerdings nichts vom Umzug der Markthalle. Durch diesen Zufall war ich der einzige Europäer in der Halle.)
"A good guidebook! We often come here to eat some authentic Indian food."
Ja. Das stimmte. Es war so authentic, dass ich den Punkt zum Aufhören verpasst hatte und mich nur noch rollen konnte. Aber was soll's. Man is(s)t nicht so haeufig in Singapur.
Singapore Airlines
Fliegen kann laestig sein. Schlechter Service, grausames Essen, abgenutzte Sitze, kleine Maschinen. Man kann aber auch mit Singapore Airlines fliegen. Ein anziehender und aeusserst aufmerksamer Service, der allerdings etwas zu sehr auf professionelle Perfektion achtet, dadurch etwas ins Unpersoenlich-Distanzierte gleitet und die entspannte Grandeur eines feinen Lokals verfehlt. Dies ist allerdings Kritik auf hohem Niveau, die geradezu unangebracht erscheint, wenn man rund um die Uhr mit Drinks und kleinen Imbissen verwoehnt wird. Gleiche Kritik im Detail koennte man beim Essens anbringen, dessen ungeachtet waren die Gerichte aber das Beste, was ich jemals in der Luft gegessen habe. Und die CD-Auswahl im neuen Airbus A380 setzt neue Massstaebe. Da ist es geradezu schade, wenn der Flug von Singapur nach Sydney nur acht Stunden dauert. Ich werde wiederkommen.
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